Die Arbeit mit Stufenblättern

Die Arbeit mit Stufenblättern

Stufenblätter sind eine Hilfsstruktur für Pädagogen, Kinder und Eltern, die auf vereinfachte Art und Weise die allgemeine Entwicklung von Kindern und deren Lernschritte chronologisch geordnet auflisten. Stufenblätter beziehen sich dabei nicht direkt auf das Alter eines Kindes und dienen insbesondere dazu, die Anschlussfähigkeit im Lernen sicherzustellen. Stufenblätter können die Lernentwicklung von Menschen abbilden – von der Geburt bis zum Lebensende.

Die Verzahnung von Portfolio und Stufenblättern ist die Basis für die „individuelle Entwicklungsplanung“ im Kindergarten. Ziel dieses Vorgehens ist es, die pädagogische Planung stärker darauf auszurichten, die Lernenden unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Potenziale und entsprechend ihrem Lern- und Entwicklungstempo individuell zu fördern.

Auf den Stufenblättern wird die Entwicklung des Kindes für jeden Bildungsbereich tabellarisch erfasst. Hier sind klar definierte Ziele vermerkt, die von den Kindern erreicht werden können. Die Stufenblätter fokussieren die Aufmerksamkeit auf bestimmte Kompetenzen: Sie stellen als eine Art »Sehhilfe« dar, weil sie auf einen Blick zeigen, was bereits bewältigt wurde und was wahrscheinlich als Nächstes ansteht. Auf diese Weise kann das Erreichen von Lernzielen ganz einfach überprüft werden. Zudem erkennen die pädagogischen Fachkräfte, worauf in den nächsten Lernphasen noch intensiver einzugehen ist. Die bereits abgearbeiteten Stufenblätter sowie das aktuelle und das jeweils nachfolgende Stufenblatt werden im Portfolio jedes Kindes abgeheftet.


Stufenblatt webFolgende Regeln sind wichtig für die pädagogische Arbeit mit Stufenblättern:

- Die Stufen geben keinen Hinweis darauf, in welchem Alter sie zu erreichen sind: Weder Eltern noch pädagogische Fachkräfte sollen dadurch verunsichert werden, dass ein Kind den anderen in seinem Alter »stark voraus ist« oder »zurückliegt«.

- Ziel ist nicht, ein Kind auf die Entwicklungsstufe der anderen Kinder zu heben, sondern auf die jeweils individuell höhere Stufe.

- Die pädagogischen Fachkräfte achten darauf, dass alle Kinder ihre Stufenblätter abschließen.

- Ein Stufenblatt gilt als abgeschlossen, wenn der Großteil der Kompetenzen ausgebildet ist, also mit »K« eingeschätzt wurde, und bei höchstens einem Viertel der Kompetenzen ein »W« vermerkt ist.

- Eine Kompetenz gilt als erworben, wenn das Kind in der Lage ist, die entsprechende Tätigkeit spontan auszuführen, und wenn dies durch die pädagogischen Fachkräfte mehrmals beobachtet werden konnte.

- Erreichte sowie aktuell genutzte Stufenblätter werden im Portfolio abgeheftet.

- In der Spalte »Beweis« wird festgehalten, in welcher Form die entsprechende Dokumentation über den Erwerb der Kompetenz erfolgt ist (zum Beispiel Portfolio, Filmsequenz, Beobachtung im Alltag).

- Etwa ab dem vierten Lebensjahr wird das Kind in die Einschätzung, ob es eine bestimmte Kompetenz schon erreicht hat, mit einbezogen. Hierfür wird anhand einfacher Beispiele erklärt, was mit der jeweiligen Kompetenz gemeint ist. Die Beurteilung des Kindes wird nicht kritisiert, da es gerade erst lernt, seine eigenen Fähigkeiten einzuschätzen.

- Stufenblätter werden von den Pädagogen regelmäßig auf inhaltliche und chronologische Richtigkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst.

- Die Stufenblätter haben den Vorteil, dass sie zu allen Bildungsprogrammen der Bundesländer passen.

Mehr über die Arbeit mit Stufenblätter und dem Portfolio finden Sie in folgenden Büchern: Das Portfolio-Konzept digital für den Kindergarten, Stufenblätter für Kita und Kindergarten, Stufenblätter für die Krippe