Der morgendliche Übergang vom familiären Umfeld in die Kita ist für Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte oft eine kleine Herausforderung. Nicht selten beginnt die Hektik schon zu Hause: Während Kinder beim Frühstücken, Anziehen und Zähneputzen gern ihr ganz eigenes Tempo vorlegen, stehen Eltern unter Zeitdruck. Schließlich warten Arbeit, Termine und der Berufsverkehr. In der Kita treffen pädagogische Fachkräfte dann oft auf müde Kinder und gestresste Eltern. Und manchmal steht auch noch der schwierigste Moment des Morgens bevor: die Verabschiedung. Umso wichtiger ist eine Ankommenszeit, in der Kinder sich gesehen und willkommen fühlen und Eltern wissen: Mein Kind ist hier gut aufgehoben. Mit diesen kleinen Ritualen lässt sich der Morgen für alle entspannter gestalten:

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 1. Das Begrüßungskomitee

Im Eingangsbereich wartet ein kleines Begrüßungskomitee aus einer oder mehreren pädagogischen Fachkräften – gern unterstützt von bereits angekommenen Kindern. Gemeinsam begrüßen sie die ankommenden Kinder und ihre Eltern persönlich.

Ein freundliches „Guten Morgen, schön, dass du da bist!“ kann dabei schon viel bewirken. Vielleicht entdecken die Kinder direkt ihre ersten Freunde und finden so leichter ins Gruppengeschehen. Auch für Eltern ist die persönliche Begrüßung ein wichtiges Signal: Hier wird mein Kind gesehen. Hier kann ich es gut abgeben.

 

2. Der Elternschubs

Manchmal brauchen nicht die Kinder einen Schubs, sondern die Eltern.

Nachdem das Kind emotional in der Kita angekommen ist, darf es die Eltern zur Tür „hinausschubsen“. Das kann Kindern ein Gefühl von Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit geben und den Abschied erleichtern. Wichtig: Das Ritual vorher gemeinsam besprechen. Schließlich sollen die Eltern nicht ohne Vorwarnung von ihrem eigenen Kind aus der Kita „rausgeschmissen“ werden.

 

3. Die Wetterstation gegen das Garderobenchaos

Schuh weg, Mütze vertauscht, Jacke falsch herum und mittendrin ein Kind, das beim Anziehen ganz eigene Prioritäten setzt – in der Garderobe kann es schnell turbulent werden. Eine Wetterstation kann hier für mehr Orientierung sorgen: Auf einer Magnettafel zeigen Piktogramme das aktuelle Wetter und die passende Kleidung. Regnet es? Dann brauchen wir Regenjacke und Gummistiefel. Ist es kalt? Dann kommt die warme Jacke zum Einsatz. Die passende Kleidung wird kurz gemeinsam besprochen und anschließend als Piktogramm an die Tafel gehängt. So wird aus vielen einzelnen Aufforderungen eine klare, verständliche Orientierung – und die Kinder können zunehmend selbst entscheiden, was sie brauchen. Besonders schön: Jede Woche kann ein anderes Kind der Wetterbeauftragte sein und morgens die passenden Piktogramme auswählen. So wird aus „Zieh endlich deine Jacke an!“ vielleicht ganz nebenbei: „Schau mal, was sagt unsere Wetterstation – was brauchst du heute?“

 

Abbildungen: © Barbara Dietl